Therapiemöglichkeiten

Erster Schritt: Die Ursachen beheben

Die Herzinsuffizienz besitzt zahlreiche Ursachen – manche von ihnen lassen sich allerdings durch eine gezielte Behandlung beheben oder zumindest bekämpfen. Je nachdem wie gut dies gelingt, kann es zu einem nachhaltigen Rückgang, manchmal sogar zum vollständigen Abklingen einer Herzschwäche kommen. Die Frage nach den genauen Gründen einer Herzinsuffizienz ist daher beim Stellen der Diagnose stets von großer Bedeutung.

Besonders vielversprechend kann beispielsweise die Behandlung folgender Herzschwäche-Auslöser sein:

Herzklappenfehler

Undichtigkeiten oder Verengungen der Herzventile – beispielsweise der Aortenklappe zwischen linker Herzkammer und Hauptschlagader – führen nicht selten zur Überlastung des Herzens. Oft lassen sich die geschädigten Klappen aber reparieren oder durch eine Klappenprothese ersetzen. Dazu kann eine Herzoperation notwendig sein, neuerdings sind jedoch auch deutlich weniger belastende Katheter-Verfahren zur Behandlung von Klappenfehlern verfügbar.

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Herzrhythmusstörungen

Störungen des Herzrhythmus sind nicht nur Folge, sondern bisweilen auch Ursache der Herzschwäche. Ein Beispiel ist das sogenannte Vorhofflimmern. Durch Medikamente, Schrittmacher oder spezielle Eingriffe mittels Herzkatheter (sogenannte Katheter-Ablation) lassen sich Rhythmusstörungen in der Regel kontrollieren oder sogar beheben. Auch ein Ungleichgewicht der Schilddrüsenhormone kann zu Rhythmusstörungen und daraus resultierender Herzschwäche führen. Eine Korrektur der Hormonspiegel wirkt sich entsprechend positiv auf die Leistungsfähigkeit des Herzens aus.

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Koronare Herzkrankheit

Die koronare Herzkrankheit, kurz KHK, geht mit einem chronischen Durchblutungsmangel im Herzmuskel aufgrund verengter Herzkranzgefäße einher und ist eine der häufigsten Herzschwäche-Ursachen überhaupt. Bei manchen Patienten mit Herzinsuffizienz lässt sich die Durchblutung im Herzen jedoch durch eine Bypass-Operation oder auch einen Eingriff per Herzkatheter verbessern. Man nimmt heute an, dass sich das Herzmuskelgewebe dadurch in bestimmten Fällen wieder erholen und die Herzschwäche zurückgehen kann.

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Bluthochdruck

Neben der koronaren Herzkrankheit ist ein überhöhter Blutdruck der verbreitetste Grund einer Herzinsuffizienz. Sehr oft liegen beide Erkrankungen auch gemeinsam vor. Ein überhöhter Druck im Kreislaufsystem zwingt das Herz zu ständiger Mehrarbeit und führt zur Überlastung. Wird der Blutdruck durch Medikamente optimal eingestellt, entlastet dies auch den Herzmuskel, und die Herzschwäche mildert sich häufig rasch ab.

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Blutarmut

Eine chronische Blutarmut (Anämie) hat zur Folge, dass das Herz vermehrt arbeiten muss, um den Körper mit Sauerstoff zu versorgen. Auf die Dauer kann eine Herzschwäche resultieren, die bei erfolgreicher Behandlung der Blutarmut aber wieder abklingen kann.

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Alkohol

Mitunter geht eine Herzinsuffizienz auf einen langjährigen Alkoholmissbrauch zurück (alkoholische Kardiomyopathie). Im Frühstadium der Erkrankung kann sich das Herz bei völliger Abstinenz wieder erholen.

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