Vorbeugung und Nachsorge

Wie sich die Krankheit managen lässt

Die langfristige Behandlung einer chronischen Herzschwäche bedarf eines guten Krankheitsmanagements. Das bedeutet, dass einerseits der Patient lernt, mit der Krankheit und ihren Symptomen umzugehen, Experte für den eigenen Körper zu werden und eine Mitverantwortung für die Therapie zu übernehmen. Andererseits kommt es auf eine gute Zusammenarbeit zwischen den behandelnden Ärzten und medizinischen Experten an.

Wichtige Elemente des Krankheitsmanagements sind:

Einleitung und Kontrolle der Behandlung

  • Beginn der Therapie: Eine Herzinsuffizienz sollte sorgfältig diagnostiziert, mögliche Ursachen geklärt und eine individuell abgestimmte Therapie begonnen werden. Wenn sich die Herzschwäche durch schwerere Symptome bemerkbar gemacht hat, geschieht dies oft während eines Krankenhausaufenthaltes.

  • Kardiologische Reha: Häufig sind ambulant oder auch stationär durchgeführte Reha-Maßnahmen sinnvoll, um beispielsweise eine komplexe Arzneitherapie anfänglich besser kontrollieren zu können, ein individuelles Sport- und Trainingsprogramm auszuarbeiten, den Lebensstil umzustellen und psychologische Unterstützung für den Umgang mit der Erkrankung zu erhalten.

  • Nachkontrollen beim niedergelassenen Arzt: Ein gutes Vertrauensverhältnis zum Hausarzt und der Kontakt zu einem niedergelassenen Herzspezialisten (Kardiologen) sind wichtig für den Behandlungsverlauf. Auch in stabilen Krankheitsphasen sollten alle sechs Monate das körperliche und psychische Befinden überprüft, die Blut- und Nierenwerte kontrolliert und die Therapie, falls nötig, angepasst werden. Für Herzschwäche-Patienten, die gleichzeitig an einer koronaren Herzkrankheit leiden, bieten die Krankenkassen sogenannte Disease-Management-Programme an, die spezifische Qualitätsstandards bei der Versorgung sicherstellen.

Was Patienten selbst tun können

  • Körperliches Training: Ein persönliches Bewegungsprogramm sollte möglichst langfristig beibehalten werden. Dies kann auch mit Unterstützung einer der bundesweit zahlreichen Herzsportgruppen erfolgen.

  • Tägliche Gewichtskontrolle: Eine rasche Gewichtszunahme kann auf Flüssigkeitseinlagerungen im Körper und eine Verschlechterung der Herzfunktion hinweisen, die mit einer Veränderung der Therapie abgefangen werden muss. Viele Patienten lernen im Laufe der Zeit, anhand eines Gewichtstagebuchs die Dosierung von harntreibenden Mitteln (Diuretika) selbstständig anzupassen.

  • Stressbewältigung: Häufig ist es hilfreich, Entspannungstechniken wie Autogenes Training, Yoga oder Progressive Muskelrelaxation zur Stress- und Krankheitsbewältigung zu erlernen.

  • Warnzeichen erkennen: Bei Warnzeichen einer entgleisenden Herzschwäche (z. B. plötzlichem Gewichtsanstieg von mehr als 1 kg über Nacht oder 2,5 kg in einer Woche, anfallsartigem Herzrasen und zunehmender Atemnot), aber auch bei hohem Fieber, starken Durchfällen und Erbrechen sollte umgehend der behandelnde Arzt verständigt werden.

Unterstützung bei besonderem Bedarf

Vor allem bei schweren Formen der Herzschwäche oder auch bei älteren, allein lebenden Patienten kann eine besonders intensive Betreuung notwendig sein, um die Erkrankung in den Griff zu bekommen. Mögliche Ansätze dazu sind:

  • Betreuung durch eine Herzinsuffizienz-Ambulanz: Manche Kliniken bieten spezielle Herzschwäche-Sprechstunden an, in denen Patienten interdisziplinär durch Ärzte verschiedener Fachrichtungen und besonders geschultes Pflegepersonal betreut werden. Dies kann zusätzlich zur Versorgung durch den niedergelassenen Arzt sinnvoll sein. (Eine Datenbank ambulanter Versorgungsangebote bundesweit finden Sie hier.)

  • Strukturierte Nachsorgeprogramme: In den vergangenen Jahren hat sich im Rahmen von Forschungsstudien gezeigt, dass sich eine Herzschwäche oft besser kontrollieren lässt, wenn der Patient auftretende Probleme beispielsweise mit einer besonders geschulten Herzinsuffizienz-Krankenschwester an seiner behandelnden Klinik jederzeit telefonisch besprechen kann. Manche spezialisierten (Herz-)Zentren bieten zudem die Möglichkeit an, z. B. zu Hause gemessene Blutdruckwerte oder EKG-Daten per Telefonnetz an das Zentrum zu übertragen, was eine engmaschige Kontrolle der Erkrankung erlaubt. Auch Träger von Schrittmachern und Defibrillatoren können mitunter von einem Geräte-Check via Telefonleitung durch die betreuende Klinik profitieren.

  • Teilnahme an klinischen Studien: Für manche Patienten bietet es sich an, an klinischen Studien teilzunehmen. Im Rahmen der Untersuchungen wird in der Regel eine umfassende Betreuung gewährleistet. (Eine Datenbank der derzeit in Deutschland laufenden Herzinsuffizienz-Studien finden Sie hier.)