Vorbeugung und Nachsorge

Die Bedeutung des Lebensstils

Herzschwäche lässt sich in einem Teil der Fälle verhindern. Laut einer im Jahr 2009 veröffentlichten Studie, bei der gut 20.000 amerikanische Ärzte über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahrzehnten beobachtet worden waren, sinkt das langfristige Herzinsuffizienz-Risiko auf die Hälfte, wenn mindestens vier der folgenden Regeln eines gesunden Lebensstils beherzigt werden:

  • Ein normales Körpergewicht halten
  • Auf körperliche Bewegung achten und regelmäßig ins Schwitzen kommen
  • Auf Tabakkonsum verzichten
  • Wenig Alkohol trinken
  • Reichlich Obst und Gemüse essen
  • Ballaststoffreiche (Vollkorn-)Produkte verzehren

Grundsätzlich lässt sich durch diese günstigen Verhaltensgewohnheiten nicht nur der Herzschwäche, sondern auch anderen chronischen Herz-Kreislauf-Leiden, einem Diabetes sowie manchen Krebserkrankungen vorbeugen.

Doch selbst wenn bereits eine Herzinsuffizienz vorliegt, kann der Krankheitsverlauf durch das eigene Verhalten günstig beeinflusst werden. Besonders von Bedeutung sind:

Sport und Bewegung

Bei der Mehrzahl der Menschen mit Herzinsuffizienz bessern sich langfristig die Beschwerden und das Lebensgefühl durch regelmäßige körperliche Bewegung. Möglicherweise kann sogar die Lebenserwartung gesteigert werden. Als generell günstig gelten Ausdauer-, aber auch moderater Kraftsport. Bereits ein täglicher halbstündiger Spaziergang ist hilfreich. Prinzipiell sollte die eigene Belastbarkeit mit dem behandelnden Arzt besprochen und ein persönliches Trainingsprogramm unter ärztlicher Anleitung, z. B. bei einer Reha-Maßnahme, aufgestellt werden. Bundesweit bieten zudem zahlreiche sogenannte Herzsportgruppen die Möglichkeit, sich unter Anleitung eines dafür ausgebildeten Übungsleiters und eines erfahrenen Arztes gemeinsam mit anderen Herzpatienten sportlich zu betätigen.

Verzicht auf Zigaretten und Tabak

Wer herzschwach ist, sollte nicht rauchen. Das Kohlenmonoxid im Rauch bindet sich an den roten Blutfarbstoff und erschwert den Sauerstofftransport. Dadurch wird bei Rauchern der gesamte Körper schlechter mit Sauerstoff versorgt, was vermutlich zur Verschlimmerung der Krankheit führen kann. Wer nicht von heute auf morgen ganz mit dem Rauchen aufhören kann, sollte seinen Konsum zumindest so weit wie möglich einschränken: Wenige Zigaretten sind besser als viele.

Zurückhaltung beim Alkohol

Ein kompletter Verzicht auf Alkohol ist nach heutigem Wissen bei Herzschwäche vermutlich nicht notwendig – allerdings ist große Zurückhaltung geboten. So gibt es Hinweise, dass Alkohol Herzrhythmusstörungen begünstigt. Generell als risikoarmer Konsum gelten ein Glas Bier (0,33 l) oder ein kleines Glas Wein pro Tag bei Frauen und zwei Gläser Bier oder Wein pro Tag bei Männern. Wenn allerdings hinter einer Herzschwäche ein chronischer Alkoholkonsum als auslösende Ursache steht (sogenannte alkoholische Kardiomyopathie), sollte unbedingt völlige Abstinenz angestrebt werden. In diesem Fall kann sich der Herzmuskel mitunter wieder erholen.