Gesellschaftliche Bedeutung

Gesellschaftliche Bedeutung der Herzinsuffizienz

Die Herzinsuffizienz gehört zu den verbreitetsten Herzleiden überhaupt. Sie betrifft vorwiegend ältere Menschen und ist ab dem 65. Lebensjahr die häufigste Ursache für eine Behandlung im Krankenhaus. Durch den demografischen Wandel dürfte die Bedeutung der Herzschwäche weiter zunehmen.

Eine führende Erkrankung im 21. Jahrhundert? – In der insgesamt älter werdenden Bevölkerung häuft sich natürlicherweise auch die Herzinsuffizienz. Foto: Romana Kochanowski
Szene im Wartezimmer der Herzschwäche-Ambulanz des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz.

Herzinsuffizienz ist vor allem eine Erkrankung des Alters. Bis zum 60. Lebensjahr tritt sie vergleichsweise selten auf. Unter den 60- bis 69-Jährigen hierzulande leidet dagegen nach Zahlen des Robert Koch-Instituts bereits jeder Zwölfte und unter den 70- bis 79-Jährigen sogar jeder Achte an Herzschwäche. Insgesamt leben schätzungsweise zwei bis drei Millionen Menschen in Deutschland mit Herzinsuffizienz.

Tausend Krankenhauseinweisungen pro Tag

Für den Einzelnen geht die Erkrankung oft mit Einbußen der eigenen Leistungskraft und der Notwendigkeit einer dauerhaften Behandlung einher. Doch auch für das medizinische Versorgungssystem als Ganzes bringt die Herzinsuffizienz große Herausforderungen mit sich. So ist die Herzschwäche bei Männern wie Frauen ab dem 65. Lebensjahr der häufigste Grund für einen Aufenthalt im Krankenhaus. Rund 380.000 Klinikbehandlungen waren im Jahr 2011 nach Daten des Statistischen Bundesamtes wegen einer Herzinsuffizienz notwendig, das entspricht etwa tausend Krankenhauseinweisungen pro Tag. In der insgesamt älter werdenden Gesellschaft dürfte die Bedeutung der Herzschwäche zukünftig noch weiter wachsen.

Unterdessen hat allerdings auch die Medizin enorme Fortschritte bei der Therapie der Herzinsuffizienz gemacht. Während es noch in den 1980er-Jahren nur wenige Möglichkeiten zur Behandlung des Leidens gab, sind seither verschiedene neue Medikamente und therapeutische Ansätze in die Versorgung von Herzschwächepatienten eingeführt worden. Dementsprechend ist auch die Sterblichkeit durch Herzinsuffizienz gegenüber früheren Zeiten deutlich gesunken.