Symptome und Verlauf

Wie sich Herzschwäche bemerkbar macht

In den meisten Fällen entwickelt sich eine Herzschwäche allmählich und verläuft als chronische Erkrankung über Jahre hinweg. Dabei können sich stabile Krankheitsphasen mit zeitweiligen Verschlimmerungen abwechseln.

Eingeschränkte körperliche Leistungskraft ist ein Hauptsymptom der Herzschwäche. Einschätzen lässt sie sich bereits bei einem einfachen Gehtest mit Stoppuhr. Foto: Romana Kochanowski
Foto eines Patienten bei einem Gehtest auf dem Klinikflur.

Die Herzinsuffizienz ist zumeist eine Erkrankung mit chronischem Verlauf. Oft beginnt sie ganz allmählich und bleibt zunächst unbemerkt.

Anfangs gleicht der Körper die Leistungsschwäche des Herzens durch verschiedene Mechanismen aus. Es kommt zur Aktivierung des (sympathischen) vegetativen Nervensystems und vermehrten Ausschüttung bestimmter Hormone. Dadurch schlägt das Herz schneller und bei jedem Schlag kräftiger, das Blutvolumen im Körper steigt, die Herzkammern weiten sich, und die Dicke des Herzmuskels nimmt zu.

Allerdings schaden diese Kompensationsmechanismen dem Herzen auf Dauer. Wenn die Fähigkeit des Organismus zum Gegensteuern nicht mehr ausreicht, stellen sich Beschwerden ein, die mit dem Fortschreiten der Erkrankung stärker werden. Dabei wirkt sich die Herzschwäche oft negativ auf die Funktion anderer Organe aus, etwa der Nieren oder auch des Gehirns. Umgekehrt können Funktionsstörungen in anderen Organen ihrerseits eine Herzschwäche verschlimmern.

Die typischen Symptome

Je nachdem, ob durch den Krankheitsprozess vor allem die linke oder die rechte Herzkammer in Mitleidenschaft gezogen wird (Linksherzinsuffizienz bzw. Rechtsherzinsuffizienz), können unterschiedliche Symptome im Vordergrund stehen.

Typisch für eine Leistungsschwäche der linken Herzkammer:

  • Atemnot, insbesondere bei körperlicher Belastung (z. B. beim Treppensteigen) oder im Liegen: Es kann zum nächtlichen Erwachen mit Atemnot kommen, die oft in halb sitzender Position mit mehreren Kissen verschwindet.
  • Beschleunigte Atmung, Hustenreiz und Rasselgeräusche beim Atmen
  • Leistungsknick, Müdigkeit und Schwächegefühl; Schwindel

Charakteristisch für eine Leistungsschwäche der rechten Herzkammer:

  • Wassereinlagerungen (Ödeme) auf dem Fußrücken, an den Knöcheln oder am Schienbein: Dadurch können beispielsweise die Socken plötzlich einschnüren, der Druck mit dem Finger hinterlässt eine Delle an den geschwollenen Bereichen.
  • Gewichtszunahme (durch Wasseransammlungen im Gewebe)
  • Appetitlosigkeit und Völlegefühl, mitunter Schmerzen im Bereich der Leber
  • Deutlich sichtbare (gestaute) Halsvenen
  • Nächtlicher Harndrang

Oft treten die Symptome der Links- und Rechtsherzschwäche kombiniert auf (globale Herzinsuffizienz). Zudem gibt es weitere, generelle Anzeichen einer Herzinsuffizienz. Dazu zählen:

  • Schneller Puls, feucht-kalte Haut, Unruhe
  • Unregelmäßiger Herzrhythmus, Herzklopfen
  • Verwirrtheit (insbesondere bei älteren Menschen)
  • Ängste und Depressionen

Varianten des Krankheitsverlaufs

Mitunter entsteht eine Herzinsuffizienz nicht allmählich, sondern urplötzlich, teilweise innerhalb von Minuten oder Stunden – zum Beispiel nach einem schweren Herzinfarkt. Ebenso kann es bei einer bereits bekannten chronischen Herzschwäche zu akuten Verschlechterungen kommen.

Bei jedem Patienten macht sich die Herzschwäche etwas anders bemerkbar, und der individuelle Krankheitsverlauf lässt sich nicht genau vorhersagen. Bekannt ist aber, dass die Herzinsuffizienz eine ernste Erkrankung ist, die sich mit der Zeit tendenziell eher verschlimmert und die Lebenszeit verkürzen kann. Durch eine gute Behandlung lässt sich heutzutage allerdings sowohl die Lebenserwartung als auch die Lebensqualität der Betroffenen in vielen Fällen deutlich steigern.