Was ist Herzinsuffizienz?

Die Herzinsuffizienz hat verschiedene Formen

Das Herz besitzt zwei Hälften. Demzufolge kann eine Herzschwäche überwiegend die linke oder die rechte Herzhälfte oder auch beide Herzhälften gleichmäßig betreffen. Ärzte sprechen daher von Linksherz- und Rechtsherzinsuffizienz sowie von globaler Herzinsuffizienz.

Die unterschiedlichen Krankheitsformen machen sich durch verschiedene Symptome bemerkbar. Anhand ihres Verlaufs lässt sich zudem die rasch entstehende, akute Herzschwäche von der allmählich beginnenden, chronischen Herzinsuffizienz abgrenzen.

Schwache Pumpe oder steife Kammer?

Neuere Forschungen belegen eine weitere wichtige Unterscheidung. So wurde die Herzschwäche früher vor allem auf eine verminderte Pumpkraft des Herzmuskels zurückgeführt. Bei dieser Störung ziehen sich die Herzkammern während der Auswurfphase (Systole) nicht mehr kräftig genug zusammen. Bei jedem Herzschlag bleibt ein beträchtlicher Teil des Blutes im Herzen zurück. Das Herz ist tatsächlich zu schwach – man spricht von einer Auswurfstörung oder auch systolischen Herzinsuffizienz.

Inzwischen weiß man, dass es eine zweite Krankheitsvariante gibt: Sie wird als Füllungsstörung des Herzens oder diastolische Herzinsuffizienz bezeichnet. Hierbei ist der Herzmuskel zwar kräftig genug. Er verliert aber seine Elastizität. Dadurch dehnen sich die Herzkammern während der Entspannungsphase (Diastole) zu wenig und füllen sich nicht mehr ausreichend mit Blut. Die kleinen steifen Herzkammern gleichen Luftballons, die man nur noch teilweise aufblasen kann.

Sowohl bei der systolischen als auch der diastolischen Herzinsuffizienz sinkt die Gesamtförderleistung des Herzens (das sogenannte Herzminutenvolumen). Beide Krankheitsformen führen daher zu denselben Folgen. Allerdings gibt es spezifische Besonderheiten bei Diagnostik und Therapie. Die bisher deutlich schlechter verstandene diastolische Herzschwäche wird derzeit international in verschiedenen Studien genauer erforscht, um die optimale Behandlungsstrategie besser festlegen zu können.