30.04.2013
12:40 Alter: 6 yrs
Kategorie: Allgemeines

Schlechter Schlaf – schwaches Herz

Menschen mit schweren Schlafstörungen erkranken im späteren Leben häufiger an Herzinsuffizienz. Hierin könnte auch ein Ansatzpunkt für die Prävention der Erkrankung liegen.


Foto einer Vollmond-Nacht

Leuchtender Vollmond – seit der Romantik ein Symbol für eine schlaflose Nacht. Foto: suppakij1017/Fotolia

Menschen mit schwer gestörtem Schlaf erkranken im späteren Leben häufiger an Herzinsuffizienz. Wenn das Einschlafen schwerfällt, die Nacht zugleich durch häufiges Aufwachen zerstückelt ist und der Schlaf keine Erholung bringt, könnte das langfristige Herzschwäche-Risiko sogar mehrfach erhöht sein. Dies belegt eine Analyse, die unlängst im Fachblatt "European Heart Journal" veröffentlicht wurde.

Mehr als 50.000 Männer und Frauen von 20 bis 89 Jahren waren Mitte der Neunzigerjahre im Rahmen einer der weltweit größten Gesundheitserhebungen in der norwegischen Provinz Nord-Tröndelag nach ihrem Schlafverhalten befragt worden. Nun hat eine Forschergruppe um den Trondheimer Mediziner Lars Laugsand die Fälle von Herzschwäche ausgewertet, die seither unter den Studienteilnehmern aufgetreten sind. Resultat: Jene Erwachsene, die damals an regelmäßigen Einschlaf- und Durchschlafstörungen sowie einer unerholsamen Nachtruhe litten, erkrankten in den Folgejahren rund viermal so häufig an Herzinsuffizienz wie Menschen mit normalem Schlaf.

Allerdings sei aus der statistischen Analyse nicht klar abzuleiten, ob der gestörte Schlaf lediglich ein Indikator für ein erhöhtes Herzinsuffizienz-Risiko ist – oder aber die Erkrankung tatsächlich mit verursacht, schränkt Laugsand ein. „Möglicherweise führen Schlafstörungen zu einer Stressreaktion im Körper, die sich negativ auf die Herzfunktion auswirkt." Jedoch müssten diese Zusammenhänge erst noch genauer untersucht werden.

Wenn dem gestörten Schlaf indes eine Rolle als Erkrankungsauslöser zukomme, liege hierin auch ein Ansatz für die Prävention, fügt Laugsand hinzu. So lässt sich etwa durch geregelte Schlafgewohnheiten und eine gute Schlafhygiene oder auch durch eine Psychotherapie oft ein verbesserter Schlaf erreichen. Prinzipiell könnte dadurch zumindest bei manchen Menschen der Entstehung einer Herzschwäche entgegengewirkt werden.

 

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