24.04.2013
13:03 Alter: 6 yrs

Seelische Hilfe für Herzkranke im Netz

Ein Schweizer Studienprojekt bietet Herzkranken, die unter Stress und depressiven Beschwerden leiden, ein kostenloses Online-Unterstützungsprogramm. Auch Patienten aus Deutschland können sich beteiligen.


Abbildung mehrerer herzförmiger Kieselsteine

Foto: InterHerz-Studie

Was tun, wenn sich zu einem schwachen Herzen ein trauriges Gemüt gesellt? Nicht selten fühlen sich Herzpatienten auch seelisch belastet. Heute weiß man, dass ungefähr jeder vierte Mensch mit einer Herzkrankheit zusätzlich unter Stress und depressiven Verstimmungen leidet. Allerdings könnten sich diese Beschwerden tatsächlich durch spezielle Online-Therapieprogramme lindern lassen.

Genau dem geht ein wissenschaftliches Studienprojekt nach, das von Psychologen und Gesundheitsforschern der Universität Bern derzeit durchgeführt wird. Dabei können sich herzkranke Frauen und Männer mit vermehrtem Stress, Niedergeschlagenheit, Interessenlosigkeit oder depressiver Verstimmung an einem internetbasierten, im Rahmen der Studie kostenfrei angebotenen Behandlungsprogramm beteiligen.

„Das Programm wurde in Deutschland entwickelt und integriert die neuesten Erkenntnisse der Depressionsbehandlung“, unterstreicht die Projektleiterin Nadine Messerli-Bürgy von der Abteilung für Klinische Psychologie und Psychotherapie der Universität Bern. Auch Patienten aus Deutschland seien eingeladen, an der Studie teilzunehmen, die von der Schweizerischen Herzstiftung gefördert wird.

Ursprünglich konzipiert wurde das Behandlungsprogramm mit dem Namen „deprexis“ für die invidualisierte Online-Therapie von körperlich Gesunden mit Depressionen oder depressiven Verstimmungen. Während es bei ihnen bereits erfolgreich zur Anwendung kommt, soll die Schweizer Studie nun den Nutzen des Programms für Menschen mit verschiedenen Herzkrankheiten testen.

Über einen 9-wöchigen Zeitraum hinweg können die Studienteilnehmer am eigenen Computer via Internet bestimmte emotional für sie wichtige Themen bearbeiten. Dabei erhalten sie spezifische Informationen und Anleitungen für psychotherapeutische Übungen und Techniken. Vor Beginn der Behandlungsphase werden die Patienten vom Studienteam telefonisch interviewt, um das Ausmaß an Stress und depressiver Verstimmung abzuklären und das genaue Vorgehen zu besprechen.

 

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