12.09.2013
08:30 Alter: 5 yrs
Von: Eva Maria Mentzel

Sport und Musik machen das Herz fit

Wer als Herzkranker Sport treibt, könnte den Trainingseffekt steigern, indem er dabei seine Lieblingsmusik hört.


Dieter Schütz /pixelio.de

Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls eine Studie serbischer Kardiologen , die auf der Konferenz der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie in Amsterdam vorgestellt wurde(Link zum wissenschaftlichen Abstract).

Die Studienteilnehmer mit koronarer Herzkrankheit trainierten jeweils eine halbe Stunde täglich. Nach drei Wochen hatte sich ihre Fitness um 29 Prozent gesteigert. Diejenigen, die während des Trainings ihre Lieblingsmusik hörten, konnten ihre körperliche Belastbarkeit sogar durchschnittlich um 39 Prozent steigern. Selbst diejenigen, die gar keinen Sport machten, sondern nur jeden Tag eine halbe Stunde Musik hörten, waren um 19 Prozent belastbarer als zuvor.

Das Musiktraining machte gleichzeitig auch die Blutgefäße der Studienteilnehmer fit: Die Innenwand der Blutgefäße (Endothel) bildete unter anderem mehr Stickstoffmonoxid. Dieser Botenstoff hemmt die Anheftung von Blutplättchen und weißen Blutkörperchen an der Blutgefäßwand und schützt damit vor Arteriosklerose („Arterienverkalkung“).

Ob Klassik oder Heavy Metal - eine Empfehlung für bestimmte Musikstile geben die Wissenschaftler nicht. Jeder solle nach seinem persönlichen Geschmack entscheiden, so die Autoren. Die Musik sollte jedenfalls angenehm und entspannend wirken.

Prof. Dr. Stefan Störk vom Deutschen Zentrum für Herzinsuffzienz warnt allerdings vor allzu großen Erwartungen: "In dieser Studie gab es keine Kontrollgruppe, die gar nichts machte. Auch ein normaler Genesungsverlauf kann zu verbesserten Werten führen." Prinzipiell sollten Herzpatienten die eigene Belastbarkeit mit dem behandelnden Arzt besprechen und ein persönliches Trainingsprogramm unter ärztlicher Anleitung erarbeiten.

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